Mobile Stromversorgung: So funktioniert ein Volksfest wie der DOM

Wer an Volksfeste wie den DOM denkt, denkt oft direkt an Fahrgeschäfte, Lichter und den Duft von gebrannten Mandeln. Hierbei gerät oft in Vergessenheit, dass hinter all diesem Spaß in unterschiedlichen Facetten eine komplexe Energieversorgung steckt, die Feste dieser Art erst möglich macht. Oder anders: Ohne eine durchdachte Planung würde kein Karussell fahren.

Die folgenden Abschnitte zeigen einige Details auf, auf die Experten achten, damit alle Besucher (und natürlich auch die Schausteller) eine gute Zeit haben.

Wenn eine kleine Wunderwelt entsteht…

Volksfeste wie der DOM wirken oft wie eine kleine Stadt. Sie werden eröffnet, laufen für ein paar Tage und „verschwinden“ dann wieder. Dazwischen: viel Musik, Spaß und leuchtende Augen. Damit all das möglich ist, braucht es eine mobile Stromversorgung. Aber was wird in Bezug auf moderne Elektroplanung und ihre Ansprüche eigentlich wichtig?

Natürlich gibt es Ausnahmen. In der Regel wird der Strom allerdings über feste Anschlusspunkte aus dem städtischen Netz bezogen. Die hierfür benötigten Übergabestellen sind auf dem kompletten Gelände verteilt und liefern die nötige Energie. Der Strom findet seinen Weg über ein Netz aus Kabeln und Verteilern. Zu Buden und Fahrgeschäften.

Eine der größten Herausforderungen ist es in diesem Zusammenhang, die Infrastruktur, die hierzu nötig ist, immer wieder neu aufzubauen und dabei (natürlich) alle geltenden Sicherheitsstandards einzuhalten. Anders als es bei festen Gebäuden der Fall ist, ist hier alles temporär. Die Ansprüche in Bezug auf eine zuverlässige Stromzufuhr sind dennoch hoch. 

Wichtige Details zur Planung: Worauf achten die Experten?

Noch bevor der erste Stand aufgebaut wird, machen sich die Elektroplaner an die Arbeit. Immerhin hat jedes Fahrgeschäft, jeder Imbiss und jede Attraktion einen eigenen Strombedarf. Und klar: Große Anlagen, wie zum Beispiel Achter- und Geisterbahnen, brauchen mehr Energie als kleinere Verkaufsstände.

Die Experten dokumentieren alle Anforderungen im Vorfeld und erstellen, basierend hierauf, ein detailliertes Konzept. Dabei berechnen sie genau, wie viel Leistung an welchen Stellen benötigt wird und wie die Last gleichmäßig verteilt werden kann. Eine ungleichmäßige Verteilung könnte zu Überlastung führen und gegebenenfalls sogar Teile des Festes lahmlegen.

Zudem gehört es zu den Aufgaben der Planer, sich um die Wege, die die Kabel zurücklegen, zu kümmern. Alles muss so verlegt werden, dass weder Besucher noch Betreiber gefährdet werden. Und klar: Auch der Witterungsschutz spielt eine wichtige Rolle. Daher verlaufen viele Kabel unter Abdeckungen und/ oder werden direkt in den Boden integriert.

Prüfungen und Messungen als wichtige Sicherheitsfaktoren

Eine mobile Stromversorgung, wie sie bei größeren Events häufig genutzt wird, muss nicht nur leistungsfähig, sondern auch zuverlässig sein. Daher werden alle Anlagen vor der Inbetriebnahme geprüft.

Wichtige Details, die in diesem Zusammenhang relevant werden, sind unter anderem Isolationsmessungen, Schutzleiterprüfungen und Funktionstests von Sicherungssystemen. Zudem sorgen Fehlerstrom Schutzschalter dafür, dass im Falle eines Problems der Strom direkt ausgeschaltet wird.

Gleichzeitig werden während des laufenden Betriebs regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Auf diese Weise ist es im Idealfall möglich, potenzielle Störungen früh zu erkennen und zu beheben, bevor sie sich auf den laufenden Betrieb auswirken.

Viele Verantwortliche setzen auf modulare Systeme

Moderne, mobile Stromversorgung zeichnet sich durch Flexibilität aus. Über einen modularen Aufbau lässt sich sicherstellen, dass sich alles an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt.

Ändert sich zum Beispiel die Anordnung der Stände oder werden zusätzliche Attraktionen integriert, ist es möglich, das System entsprechend zu erweitern, so dass mehr als eine Million Gäste, die beispielsweise in 2025 den DOM besuchten, eine schöne Zeit haben können. 

Zudem werden Verteilerkästen und Kabelverbindungen so konzipiert, dass alles schnell installiert und bei Bedarf wieder abgebaut werden kann.

Welche Rolle spielen Generatoren und Notstrom?

Auch wenn der Strom bei Volksfesten in der Regel hauptsächlich aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, werden Generatoren ebenfalls relevant. Diese dienen als Back-up Lösungen und kommen bei einem Stromausfall zum Einsatz. Wenn es dann zu einer Störung kommt, werden wichtige Bereiche, wie sicherheitsrelevante Anlagen und zentrale Steuerungssysteme, weiterhin versorgt.

Generatoren kommen aber auch manchmal dann zum Einsatz, wenn bestimmte Bereiche nicht direkt an das Netz angeschlossen werden können. Sie stellen damit eine flexible Ergänzung zur Infrastruktur dar.

Ein abschließender Blick auf die Witterung und die mit ihr verbundenen Herausforderungen

Ein Volksfest unter freiem Himmel ist selbstverständlich auch den Elementen ausgesetzt. Regen, Wind und Temperaturschwankungen können zu einer echten Herausforderung werden und die Qualität einer Elektroinstallation auf die Probe stellen.

Alle Komponenten müssen wetterfest und robust sein. Zudem ist es wichtig, auf speziell isolierte Kabel und Anschlüsse zu setzen, die dazu in der Lage sind, zum Beispiel Feuchtigkeit standzuhalten.

Immerhin weiß so gut wie jeder Hamburger, dass das Wetter schnell umschlagen kann. Auch, wenn man sich gerade zu Open Air Volksfesten strahlenden Sonnenschein wünscht.